Portrait claudiusDer Volksschriftsteller Matthias Claudius wurde am 15. August 1740 als Sohn eines Pastors in Reinfeld in Holstein geboren.  Nach dem Besuch der Lateinschule in Plön studierte er Theologie, später auch Rechts- und Verwaltungswissenschaft in Jena. Mit 24 Jahren arbeitete er als Privatsekretär in Kopenhagen. Von 1768 bis 1770 war er als Redakteur bei einer Hamburger Zeitung tätig. Ab 1771 lebte Matthias Claudius in Wandsbeck bei Hamburg, wo er als Redakteur der Tageszeitung „Der Wandsbecker Bothe“ arbeitete. Dort heiratete er 1772 Anna Rebecca Behn. Aus der Ehe gingen 12 Kinder hervor, von denen das erste kurz nach der Geburt starb.  Unter dem Namen „Der Wandsbecker Bothe“ veröffentlichte Matthias Claudius seine Beiträge auch noch, als die Zeitung ihr Erscheinen eingestellt hatte. Er schrieb seine Werke unter dem Decknamen „Asmus“. Im Alter von 74 Jahren starb Matthias Claudius am 21.Januar 1815 in Wandsbeck.

Mit seinen Gedichten spricht Matthias Claudius bis heute Kinder und Erwachsene in gleichem Maße an. Besonders bekannt ist sein Gedicht


Abendlied (Auszug)

Der Mond ist aufgegangen,                                             
die goldnen Sternlein prangen
am Himmel hell und klar;
der Wald steht schwarz und schweiget,
und aus den Wiesen steiget
der weiße Nebel wunderbar.

Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen
und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost belachen,
weil unsre Augen sie nicht sehn.
 

Die Geschichte der Matthias-Claudius-Schule

begann in Handorf im Jahre 1947. Am 15. Oktober wurde an der früheren Schulstraße 13 - der heutigen Ludwig-Wolker-Straße - mit 52 Kindern eine einklassige evangelische Volksschule eingerichtet. Sie war Gast im Gebäude der katholischen Volksschule. Daher fand der Unterricht nur nachmittags statt. Es war eine schwierige Zeit damals, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

So schrieb der damalige Schulleiter Tischler in das Schul-Tagebuch: "Der Unterricht ist durch das Fehlen der nötigen Lehr- und Lernmittel sehr erschwert. Je zwei Kinder des ersten Jahrgangs erhalten eine Fibel zugeteilt. Die anderen Kinder haben kein Lesebuch. Die Schiefertafeln bestehen teilweise nur aus Stücken, die die Größe eines Handtellers haben."

Nachdem die evangelische Volksschule im Jahre 1953 durch den Neubau der Heriburgschule das alte Gebäude der katholischen Volksschule - der heutigen Kardinal-von-Galen-Schule - übernommen hatte, brauchte nicht mehr nachmittags unterrichtet zu werden. In zwei Klassen fand nun Unterricht für 82 Kinder statt.

Im Jahre 1965 bekam die Schule einen Erweiterungsbau mit drei zusätzlichen Klassenräumen und erhielt bei der Einweihungsfeier am 10. November 1965 den Namen Matthias-Claudius-Schule Handorf.

Nach Auflösung der Volksschulen und Einrichtung von Grund- und Hauptschulen im Jahre 1968 wurde die Matthias-Claudius-Schule eine evangelische Grundschule. Sie hatte vier Klassen mit insgesamt 125 Kindern. Erster Schulleiter der neuen Grundschule war Herr Mose, der 1969 in den Ruhestand ging. Nachfolger wurde Heiner Wilmsmeyer. Mit ihm zog die Matthias-Claudius-Schule im Jahre 1974 in das Gebäude des Städtischen Kindergartens am Juffernbach um. Fünf Jahre später wurde unsere Schule nach einer Elternabstimmung eine Gemeinschaftsgrundschule.

Seit 1993 ist die Matthias-Claudius-Schule im Gebäude der ehemaligen Heriburgschule (Hauptschule) untergebracht, das bereits seit 1953 besteht. Heiner Wilmsmeyer verließ 1997 die Schule und ging in den Ruhestand. Von 1998 bis 2015 leitete Monika Mittag die Matthias-Claudius-Schule. Mit Beginn des Schuljahres 2005/2006 wurde die Offene Ganztagsschule eingerichtet.

Seit August 2015 liegt die pädagogische Leitung in den Händen von Susanne Ben Achour.